Weniger Wege, mehr Wirkung
Wie FIL und DHL den Wintersport neu denken
Der Wintersport lebt auch von seiner lokalen und internationalen Bühne, sondern gewinnt vor allem durch seine internationale Präsenz an Strahlkraft. Weltcups auf drei Kontinenten machen den Reiz aus – stellen die Branche aber gleichzeitig vor eine zentrale Herausforderung: Wie lassen sich internationale Wettbewerbe nachhaltiger organisieren?
Die Zusammenarbeit zwischen der FIL (Internationaler Rodelverband) und DHL zeigt, dass genau hier die Zukunft beginnt – bei smarter Logistik, datenbasierter Planung und einem neuen Verständnis von Effizienz.
Die DHL verfügt mit DHL Global Event Logistics über ein Team mit besonderer Expertise im Sport-, Messe- und Veranstaltungsbereich.
Eine neue Ära der Wintersport-Logistik
Was früher vor allem Transport war, ist heute strategischer Hebel.
Die Zusammenarbeit zwischen dem internationalen Rodelverband (FIL) und DHL markiert einen entscheidenden Schritt hin zu einer nachhaltigen Zukunft des Wintersports.
Seit der Saison 2023/24 ist DHL offizieller Logistikpartner des Verbands und unterstützt bei Transport, Prozessen und Kalenderlogik. Diese Partnerschaft setzt die Werte von Schnelligkeit, Präzision und Teamarbeit direkt um, um sicherzustellen, dass „Weltcup weltweit“ nicht automatisch mit maximalem Reiseaufwand verbunden sein muss.
Logistik als Schlüssel zur Transformation
High-Tech-Fracht unter extremen Bedingungen
Wer schon einmal gesehen hat, wie präzise Schlitten verpackt und verladen werden, versteht schnell: Das ist High-Tech-Fracht. Rennrodel-Equipment gehört zu den sensibelsten Frachtgütern im Wintersport: präzise abgestimmte Schlitten, Kufen und technisches Material. Der Transport muss nicht nur schnell, sondern auch exakt sein. Diese Präzision unterstützt auch die Nachhaltigkeit, da gut organisierter, schadensfreier, Transport Ersatzlieferungen und zusätzliche, emissionsintensive Transporte vermeidet.
DHL beschreibt die Wintersport-Eventlogistik als Mischung aus Langstreckenflügen und präzise organisierten Transporten zwischen europäischen Stationen.
Die Größenordnung der Transportbehälter zeigt das Ausmaß des Managements: Es geht um Dutzende große Kisten und Paletten, wobei für Rodel-Equipment allein „über 20 Kisten“ als typische Größe genannt werden. Diese Logistik erfordert hohe Flexibilität. Denn spontane Änderungen müssen sofort umsetzbar sein. Etwa wenn Equipment eine Stunde nach der Siegerehrung sofort weitertransportiert werden muss.
Mit DHL als „Official Logistics Partner“ setzt die FIL auf ein globales Netzwerk – und nutzt die Möglichkeiten moderner Logistik, um Prozesse effizienter und umweltbewusster zu gestalten.
Was sich konkret verändert:
Sammeltransporte statt Einzelreisen
Zentrale Koordination von Teams und Material
Digitale, papierlose Prozesse
Optimierte Routenplanung
Ein Beispiel: 2026 wurde Material aus Nordamerika gebündelt nach Europa transportiert und von dort effizient weiterverteilt – statt viele parallele Einzellösungen zu nutzen.
Dimensionen der Wintersport-Logistik:
Über 100 Transportkisten allein für Rodel-Equipment pro Event
Transporte oft direkt nach Wettkampfende (teilweise innerhalb einer Stunde)
Kombination aus Langstreckenflügen und regionalem Straßentransport
Fazit: Nachhaltigkeit im Hochleistungssport beginnt bereits beim Transport.
Der Rennkalender wird zum Klimafaktor
Noch größer als der Einfluss einzelner Transporte ist jedoch die Planung der Saison selbst. Denn der Weltcup-Kalender bestimmt, wie viel tatsächlich gereist wird.
Die FIL setzt hier auf einen datenbasierten Ansatz. Strecken werden analysiert, Emissionen berechnet und verschiedene Kalenderoptionen simuliert. Das Ziel: Wettkämpfe geografisch so zu bündeln, dass unnötige Langstreckenflüge vermieden werden.
Mit diesem System werden Emissionen transparent gemacht, Szenarien verglichen und auf dieser Basis Entscheidungen getroffen.
Statt mehrmals zwischen Kontinenten zu wechseln, entstehen klare regionale Blöcke – etwa in Asien oder Nordamerika, bevor es zurück nach Europa geht. Denn der Rennkalender bestimmt, ob Teams ständig Kontinente wechseln – oder effizient reisen können.
Die FIL nutzt dafür einen datenbasierten Ansatz:
CO₂-Analyse pro Strecke
Simulation verschiedener Kalenderoptionen
Planung nach geografischen Clustern
Das Prinzip:
Cluster statt Kontinent-Hopping
Beispielhafte Struktur:
Asien-Block (z. B. PyeongChang, Yanqing)
Nordamerika-Block (Lake Placid → Park City → Whistler)
Europa-Cluster mit kurzen Distanzen
So entsteht ein klares, messbares Bild: Reisen sind der größte Hebel – aber erst in Kombination mit optimierter Logistik und smarter Eventplanung entfaltet sich die volle Wirkung. Nach Berechnungen der FIL sind dadurch wirksame CO₂-Einsparungen erreichbar:
Allein durch die Optimierung des Kalenders lassen sich die Flugemissionen so um bis zu 30 % pro Saison senken. Das bedeutet Einsparungen von rund 120 Tonnen CO₂ im Reisebereich.
Effizienz durch Bündelung und Pilotprojekte
Nachhaltigkeit im Wintersport bedeutet konkret effizientere und nachhaltigere Reisewege für Teams und Ausrüstung. Ein Pilotprojekt zur Europa-Logistik wurde bereits in der vergangenen Saison 2025-2026 durchgeführt, bei dem von den Weltcups in den USA (Park City und Lake Placid) ein zentraler Schlitten- und Materialtransport nach Lettland (Sigulda) und weiter zum nächsten Weltcup in Deutschland (Winterberg) erfolgte.
In Zukunft werden auch Europatransporte zentral durch DHL angeboten, um Reise-Effizienz zu steigern. Durch die Bündelung von Übersee-Sammeltransporten mit DHL entstehen effizientere Routen, was den CO2e-Fußabdruck des internationalen Wettbewerbs deutlich reduziert.
Gemeinsam statt einzeln unterwegs
Auch bei den Transporten vor Ort entstehen neue Lösungen. Besonders bei Übersee-Weltcups testet die FIL gemeinsame Mobilitätskonzepte.
In Asien wurden beispielsweise zentrale Shuttle-Systeme eingeführt, bei denen Teams gemeinsam reisen, anstatt jeweils eigene Fahrzeuge zu nutzen. Dieses Modell wurde bereits 2025 erfolgreich erprobt und zeigt, wie Zusammenarbeit Effizienz schafft.
Neue Transportmodelle
Besonders innovativ sind neue Ansätze außerhalb Europas.
In Asien setzt die FIL auf:
zentrale Shuttle-Systeme
gemeinsame Teamtransporte
Verzicht auf individuelle Fahrzeuge
Statt vieler einzelner Team-Busse entsteht ein koordiniertes Gesamtsystem.
Ein solches Modell wurde bereits 2025 erfolgreich getestet.
Der kombinierte Effekt
Die eigentliche Stärke liegt im Zusammenspiel aller Maßnahmen:
intelligente Logistik (DHL)
optimierter Rennkalender
klimabewusste Eventplanung
Ergebnis laut Szenarien: 20–25 % weniger CO₂ pro Saison
Und das ohne:
weniger Wettkämpfe
Einschränkungen für Athleten
Verlust der internationalen Präsenz
Was das für den Wintersport bedeutet
Die Kooperation zwischen FIL und DHL zeigt einen Paradigmenwechsel:
Logistik wird ein strategisches Instrument
Daten ermöglichen strategische Planung
Nachhaltigkeit entsteht im System, nicht durch Einzelmaßnahmen
Oder anders gesagt:
Der Wintersport bleibt global – wird aber intelligenter organisiert.
Die Zukunft der FIL Weltcups
Die Zusammenarbeit zeigt, dass eine globale Präsenz im Sport nicht automatisch „maximaler Reiseaufwand“ bedeuten muss, wenn Planung, Bündelung und datenbasierte Entscheidungen zusammenspielen.
Weniger Wege führen zu weniger Emissionen – das ist die Kernaussage der neuen Logistikstrategie. Durch diese operative Exzellenz wird sichergestellt, dass Athleten und Material pünktlich und unversehrt von Bahn zu Bahn kommen, unabhängig davon, ob sie in Europa, Asien oder Nordamerika starten.Die FIL nutzt somit den technologischen Vorteil eines globalen Logistiknetzwerks, um die Integrität der Wettkämpfe zu wahren und gleichzeitig Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen.
Als möglichen nächsten Schritt prüft die FIL den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe für Luft- und Straßentransporte – Lösungen, die den CO₂e-Ausstoß weiter reduzieren könnten. Mit DHL als Partner, der genau solche Optionen anbietet, nimmt der Weg in eine nachhaltigere Logistikzukunft bereits Gestalt an. Letztlich trägt diese Entwicklung dazu bei, dass der Wintersport weiterhin auf der internationalen Bühne glänzen kann – und dies im Einklang mit der Verantwortung für unseren Planeten.